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Weltweiter Erfolg von 350.org und „endlich handeln!“

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Berlin, d. 24.10.2009 –  Zahlreiche Menschen von  allen Kontinenten haben heute zusammen mit der KlimAktiv-Kampagne „endlich handeln!“ an einer von über 5.200 gleichzeitig stattfindenden Aktionen in mehr als 180 Ländern teilgenommen. Der globale Klimaaktionstag wurde vom Team der Grassroot-Kampagne 350.org koordiniert und fordert ein konsequentes Handeln beim Klimawandel.

350.org

350.org

In der ganzen Welt – von Hauptstädten bis zu den schmelzenden Hängen des Mount Everest, selbst unter Wasser auf sterbenden Korallenriffen, – haben Menschen Kundgebungen abgehalten, die darauf abzielen, die Aufmerksamkeit auf die Zahl 350 zu richten. Mit 350 ppm geben die Macher dieser Bewegung das Höchstmaß an CO2 an, das unsere Atmosphäre langfristig verkraften kann. Mit der Einheit ppm (parts-per-million) lässt sich die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre beziffern, die aktuell rund 390 ppm beträgt.
„Aus diesem Grund schmelzen Gletscher und Meereis, Dürren breiten sich aus und Überschwemmungen nehmen zu“, so Bill McKibben, einer der Gründer von 350.org. „Und deshalb benötigen wir eine riesige globale Bewegung, die uns den Schwung verleiht, politisch wirklich etwas zu verändern. Unsere Politiker haben über einen langen Zeitraum den großen Konzernen und großen Umweltverschmutzern zugehört. Heute ist es endlich an der Zeit, die Bürger und Wissenschaftler zu erhören“.
Zahllose Bilder der weltweiten Events wurden am Times Square in New York als Teile eines „350-Countdown“ auf den riesigen Videoleinwänden dargeboten. Alle Bilder der verschiedenen Kundgebungen und Aktionen sind auf 350.org zu sehen und werden am Montag an die Vereinten Nationen zugestellt. In den Sprachen der Welt geht die Botschaft des Klimaschutzes in Form von unzähligen Fotos und Berichten der Medien um die Welt und erhöht den Druck auf die Politik, Verantwortung zu übernehmen.
Die weltweiten Aktionen finden sechs Wochen vor dem Zusammentreffen der Nationen der Welt in Kopenhagen anlässlich der Klimawandelkonferenz der UN statt, bei der ein neuer Klimavertrag ausgearbeitet werden soll. Bereits 89 Länder unterstützen das Ziel 350, sowie Rajendra Pachauri, Vorsitzender der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaveränderungen (IPCC), Sir Michael Stern, weltweit führender Klima-Ökonom, und Nobelpreisgewinner Al Gore.

endlich handeln!

endlich handeln!

Auch die Kampagne „endlich handeln!“ der gemeinnützigen Gesellschaft KlimAktiv setzt auf die Meilenstein-Konferenz in Kopenhagen. Mit Hilfe des CO2-Rechners werden persönliche Klimabilanzen gesammelt und diese zusammen mit den Statements der Probanden bei der Klimakonferenz präsentiert. 
„Um wirklich etwas zu verändern, sind wir alle gefragt“, erläutert Stephan Schunkert, Geschäftsführer der gemeinnützigen KlimAktiv und Initiator von ‚Endlich handeln!’.“Jeder von uns auf der Erde hat ein beschränktes CO2-Budget zu Verfügung, wenn man nicht auf Kosten des Klimawandels und somit auf Kredit bei den nachfolgenden Generationen leben möchte.“
 Es bleibt nur zu hoffen, dass möglichst viele Menschen die Aufrufe von 350.org und „endlich handeln!“ hören und sich an der Kampagne beteiligen. Ein erster Schritt lässt sich bereits auf der Webseite von „endlich handeln!“ mit dem Anlegen einer persönlichen CO2-Bilanz tun. Mit Spannung bleiben dann anschließend die Entscheidungen in Kopenhagen zu erwarten.

 

KlimAktiv und 350.org
Quelle Bild 1: Der Klima-Aktionstag in Sydney, Quelle: 350.org 

„Endlich Handeln“ weltweit mit 350.org

Montag, 19. Oktober 2009

Berlin, d. 19.10.2009 – In fünf Tagen ist es soweit. Am Samstag, den 24.10.2009, startet der lang vorbereitete weltweite Klima-Aktionstag unter der Federführung von 350.org. Geplant sind mehr als 3.500 Aktionen und Events in über 160 Ländern mit dem Ziel, auf die Probleme des globalen Klimawandels aufmerksam zu machen. Auch die KlimAktiv-Kampagne „Endlich Handeln“ ist mit dabei. Mit Hilfe des CO2-Kontos sollen 350 persönliche Klimabilanzen erstellt und zusammen mit einem Statement den Entscheidungsträgern der kommenden Klimakonferenz COP15 in Kopenhagen präsentiert werden.

 

350.org

350.org

350.org ist eine internationale Kampagne mit dem Ziel eine Bewegung aufzubauen, die die Welt inspirieren soll, den Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen und ihr die Dringlichkeit des Handelns bewusst zu machen.
  Die Zahl 350 steht dabei im Mittelpunkt. Mit 350 ppm (parts-per-million) geben die Macher dieser „grassroot“-Bewegung das Höchstmaß an CO2 an, das unsere Atmosphäre verkraften kann. Der derzeitige Stand der CO2-Konzentration in der Atmosphäre liegt bei rund 390 ppm.
Um die Öffentlichkeit, die Medien und Politiker auf dieses Missverhältnis aufmerksam zu machen, wird die Macht des Internets genutzt, um am 24. Oktober 2009 einen weltweiten Klima-Aktionstag zu koordinieren. An hunderten von Orten verstreut auf der ganzen Welt soll es Aktionen geben und eine klare Botschaft an die Entscheidungsträger dieser Welt übermitteln: Die Lösungsansätze zum Klimawandel müssen gerecht und wissenschaftlich begründet sein sowie der Schwere der Krise gerecht werden.
Dem weltweiten Aufruf schließt sich auch die Kampagne „Endlich Handeln“ an. Von der gemeinnützigen Gesellschaft KlimAktiv ins Leben gerufen, werden hier am kommenden Samstag 350 KlimAktivisten gesucht, die ihre persönliche Klimabilanz erstellen und so beweisen, dass es verantwortungsvolle Bürger gibt, die ihr eigenes CO2-Budget verwalten.

endlich handeln!

endlich handeln!

Mit Hilfe des CO2-Kontos wird dabei der individuelle Ausstoß an Treibhausgasen in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum berechnet und ermittelt, was man selbst tun kann, um noch nachhaltiger zu leben. Zusammen mit einem eigenen Statement wird anschließend der Appell „Endlich Handeln“ an die Entscheidungsträger der im Dezember stattfindenden UN-Klimakonferenz nach Kopenhagen getragen.
Viele Prominente aus Wissenschaft, Politik und Medien – wie zum Beispiel der Bergsteiger Reinhold Messner oder der Sänger Peter Maffay – unterstützen bereits diese Aktion. „Es ist höchste Zeit zu handeln und das Visier zu öffnen.“, so Maffay in einem KlimAktiv-Interview. „Der Klimawandel ist eine solche globale Herausforderung. Wir dürfen keine Zeit mehr vertrödeln. Das sind wir nicht nur der Natur, sondern auch den nachkommenden Generationen schuldig.“
Jeder einzelne ist gefragt, mit dem Handeln anzufangen und schon einmal einen kleinen Beitrag zur Lösung des Klimaproblems zu erbringen. Je mehr Menschen am kommenden Samstag sich am Aktionstag beteiligen, desto überzeugender ist die Botschaft für COP15: „Wir haben gehandelt, jetzt seid ihr dran!“.
Weitere Informationen: www.endlich-handeln.de

KlimAktiv/Bertge
Quelle Bild: 350.org

Reinhold Messner: endlich handeln im Klimaschutz!

Freitag, 16. Oktober 2009
Reinhold Messner für endlich-handeln Foto Tony Federico

Reinhold Messner für endlich-handeln Foto Tony Federico

Er hat mit Sicherheit viel früher als die meisten von uns verstanden, wie wie wichtig es ist, nachhaltig zu leben – Reinhold Messner. Ohne ihn auf das Bergsteigen reduzieren zu wollen: wer lebenslang hautnah mit der Natur verbunden ist, der hat wohl eher als andere die grundlegenden Veränderungen registriert, die der Klimawandel mit sich bringt.

Im Vorfeld zur Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember ruft nun auch Reinhold Messner zum Handeln auf. Er unterstützt, wie auch viele andere Wissenschaftler, Politiker und Prominente die Kampagne „Endlich handeln!” und spornt alle Bürger an, es ihm gleich zu tun.

Sein Statement ist ein Ausdruck für gelebte Erkenntnis. “In Juval in Südtirol leben wir CO2-neutral. Als Selbstversorger mit nachwachsenden Rohstoffen entlasten wir die Atmosphäre in gleichem Maße wie wir sie belasten. Wir warten nur noch, bis wir den Strombedarf mit einem kleinen Windrad decken können.”

Damit bringt Messner auf den Punkt, welches Ziel jeder anstreben sollte: die Erde in dem Maße zu entlasten, in dem man sie belastet.

„Ansatzmöglichkeiten gibt es viele: beim Strom, bei der Heizung, beim Auto”, erläutert Stephan Schunkert, Geschäftsführer der gemeinnützigen KlimAktiv und Initiator von ‚Endlich handeln!’. „Es gibt viele Handlungsmöglichkeiten, die man mit seinem individuellen CO2-Konto identifizieren und auch verbessern kann.”

Vor der Weltklimakonferenz erhält nun jeder, der sein eigenes CO2-Konto bei www.endlich-handeln.de einrichtet, zugleich die Möglichkeit, sein persönliches Statement für Kopenhagen abzugeben.

Die Klimaforscher sind sich einig, dass der Klimawandel nur dann beherrschbar bleibt, wenn alle ihren Teil dazu beitragen: jeder Einzelne – und die Politik, die auf nationaler und internationaler Ebene schnell die Rahmenbedingungen für eine weltweit CO2-arme Zukunft schaffen muss.

Genau an diesen beiden Punkten setzt die Aktion ‚Endlich handeln!’ an: selbst seinen Teil leisten, nachhaltiger zu leben und im Schulterschluss mit anderen die Politik auffordern, endlich beherzt zu handeln.

Werde KlimAktivistKlimaschutz persönlich
Sie möchten die Aktion unterstützen und selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten?

  • Ermitteln Sie Ihren CO2-Ausstoß und Ihre Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz, indem Sie Ihr persönliches CO2-Konto auf endlich-handeln.de anlegen (das kostet selbstverständlich nichts, Sie gehen keine weiteren Verpflichtungen ein, Ihre Daten werden nicht weitergereicht),
  • geben Sie ergänzend ein Statement ab,
  • laden Sie Freunde ein und
  • integrieren Sie das Banner von ‚Endlich handeln!’ auf Ihrer eigenen Internetseite.

klimaktiv/zü

Peter Maffay unterstützt die Klimaschutzkampagne ‚Endlich handeln!’

Freitag, 09. Oktober 2009

peter_maffay_portr_107x136px_q_peter_maffayDass Peter Maffay seine Überzeugungen lebt, und nicht nur Lippenbekenntnisse abgibt, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Er hat sich – nicht zuletzt Dank der von ihm ins Leben gerufenen Peter-Maffay Stiftung für benachteiligte Jugendliche – breite Anerkennung erworben. Und dies nicht nur innerhalb der Musikszene über alle Stilrichtungen hinweg, sondern quer durch alle Gesellschaftsschichten.
Weniger bekannt dürfte sein, dass er auch in Sachen Klimaschutz eine dezidierte Meinung hat. 

Screenshot Statement Peter Maffay auf endlich-handeln.deDiese dokumentiert er zur großen Freude des endlich-handeln-Teams auf deren Website. Dort können zusätzlich zur Stimmabgabe für Kopenhagen (durch Ermittlung des persönlichen CO2-Ausstoßes auf einem eigenen CO2-Konto) auch Statements abgegeben werden.

Peter Maffay schreibt hier: „Es ist höchste Zeit zu handeln und das Visier zu öffnen. Der Klimawandel ist eine solche globale Herausforderung. Wir dürfen keine Zeit mehr vertrödeln. Das sind wir nicht nur der Natur, sondern auch den nachkommenden Generationen schuldig.“ Dem kann man sich nur anschließen.

„Wir müssen mit aller Macht die Politiker dazu auffordern, den Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen zum Erfolg zu führen. Und wir brauchen das Engagement jedes Einzelnen“, so Stephan Schunkert, Geschäftsführer der gemeinnützigen KlimAktiv und Initiator der Klimakampagne ‘Endlich handeln!’.

„Da ist uns die prominente Unterstützung durch Peter Maffay natürlich sehr wertvoll. Es geht uns alle an und jeder kann etwas für den Klimaschutz tun. Die Frage nach dem Wie und Wo klärt sich schnell bei einer eigenen individuellen CO2-Bilanz. “, so Schunkert weiter. „Wir hoffen, dass sich noch viele Menschen der Kampagne anschließen und mit ihrer eigenen CO2-Bilanz der Politik ein Zeichen setzen. Wir werden von unserer Seite alles dazu tun, die Klimakampagne ‚Endlich handeln!’ zum Erfolg zu führen.“

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Wissenschaft beklagt: Politik nimmt Klimawandel nicht ernst

Donnerstag, 10. September 2009

PRESSEMITTEILUNG

Wissenschaft beklagt: Politik nimmt Klimawandel nicht ernst

Zweifel an Erreichbarkeit des 2-Grad-Ziels

Berlin, 8.9.09

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Motto: „Klimawandel: endlich handeln-aber wie?“ trafen in Berlin führende Klimaforscher auf prominente Vertreter aus Wirtschaft und Politik, um im Vorfeld des Kopenhagener Klimagipfels über die notwendigen Schritte gegen den Klimawandel zu diskutieren.

Dabei wurden seitens der Wissenschaft deutliche Zweifel laut an dem noch vor kurzem vom G8-Gipfel beschlossenen Ziel, die Erderwärmung nicht über die kritische 2-Grad-Grenze hinaus zunehmen zu lassen. „Die Politik hat das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand“, sagte Prof. Mojib Latif vom Institut für Meeresbiologie in Kiel und beklagte eine zunehmende Unfähigkeit der Politik, sich gegen Lobbyinteressen zu behaupten. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer ‚Systemkrise‘.  Ähnlich mahnende Worte fand der Klimaforscher Prof. Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimaforschung: „Nach dem derzeitigen Stand der Dinge werden wir das gesamte ‚Budget‘, das an CO2-Emissionen bis 2050 aus wissenschaftlicher Sicht noch zulässig wäre schon in 25 Jahren erschöpft haben“.

Als Vertreter einer ökologisch ausgerichteten Wirtschaft befand Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank, dass das alleinige Gewinnstreben als ökonomisches Prinzip sich durch die Finanzkrise  endgültig ad absurdum geführt habe und es an der Zeit ist, ein verändertes, ganzheitliches Verbraucherverhalten unternehmerisch zur Kenntnis zu nehmen, was allerdings zunehmend schon geschähe. Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erinnerte an die unvorstellbaren volkswirtschaflichen Folgekosten eines ungebremsten Klimawandels (20% vom BSP in 100 Jahren) und an die Notwendigkeit eines technologischen Know-How-Transfers zur Klimafolgenbeherrschung in Richtung der Entwicklungsländer.

Von politischer Seite waren Bärbel Höhn (Grüne), Eva Bulling-Schröter (Linke), Frank Schwabe (SPD) und Michael Kauch (FDP) auf dem Podium anwesend. Die Unionsparteien waren nicht vertreten, obwohl fünf Bundestagsabgeordnete und eine Ministerin angeschrieben waren, was Moderator Gerd Rosenkranz (Dt. Umwelthilfe) als Verweigerung interpretierte. Die anwesenden Politiker waren sich bei allen Unterschieden ihrer klimapolitischen Forderungen darüber einig, dass die Chancen zum konzertierten Handeln in Kopenhagen nicht vertan werden dürften und das der Ansatz, die gesamte CO2-Emissionslast als globales Budget zu betrachten, wie es der Klimabeirat der regierung gerade gefordert hat, vernünftig und zielführend sei.

Michael Kauch forderte ein Ende der staatlichen Subventionierung klimaschädlicher Technologien, die an den tatsächlichen Verbraucherinteressen vorbei gingen: „Wer sich verkalkuliert, muss eben Pleite gehen“, so der umweltpolitische Sprecher der FDP mit Blick auf die Automobilindustrie.

Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, verlangte, dass alle klimaschädlichen Subventionen auf den Tisch müssten. Allein die Abschaffung der Dienstwagenprivilegien würde der Staatskasse jährlich 3 Milliarden Euro sparen.

Eva-Bulling-Schröter mahnte, dass Ökologie und Sozialpolitik gemeinsam betrachtet werden müssten, denn die Leute müssten sich die energieeffizienteren Waschmaschinen und Kühlschränke auch leisten können.

Frank Schwabe von der SPD räumte ein, dass es auch in seiner Partei noch einen Dissenz bzgl. der Haltung zu neuen Kohlekraftwerken gäbe. Er trat jedoch dafür ein, politische Rahmenbedingungen zu schaffen, die die langfristige Profitabilität dieser Art fossiler Energieerzeugung in Frage stellen würden.

Veranstalter dieser Diskussion ist gemeinnützige Organisation Klimaktiv und der BAUM eV..

Die Kampagne ‚endlich-handeln, die von zahlreichen prominenten Schirmherren und Partnern wie der GLS Bank und dem NABU unterstützt wird, will Bürger motivieren, durch Erstellen einer eigenen CO2-Bilanz ihren persönlichen Einsatz für den Klimaschutz demonstrieren und an die Entscheidungsträger in Stockholm zu appellieren, ebenfalls endlich die notwendigen Schritte einzuleiten.

Klimawandel: endlich handeln, aber wie?

Mittwoch, 09. September 2009

Dass gehandelt werden muss, bestreitet niemand. Zumindest niemand aus der Reihe der Gäste, die KlimAktiv und B.A.U.M. am Abend des 8.9. zur Diskussion geladen hatten. Trotzdem herrschte nicht unbedingt Einigkeit.

Podium endlich handeln! 8.9.2009Der Abend sollte ein Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik werden. Den Auftakt machte dabei eine Liveschaltung zu Arved Fuchs, der sich zur Zeit auf einer Expedition im arktischen Eismeer befindet. Er lieferte den Podiumsteilnehmern sowohl die praktische Vorgabe – der Klimawandel ist spürbar – als auch die konkrete Aufforderung an die Politik, den Aufwand an Energie, der für die Wirtschaftskrise aufgeboten wurde, ebenfalls im Hinblick auf den Klimaschutz einzusetzen.
Audio: fuchs_8_9_2009

Auch die Vertreter der Wissenschaft formulierten Handlungsanweisungen an die Regierungen, vor allem in Hinsicht auf die kommende Weltklimakonferenz in Kopenhagen. Prof. Dr. Stefan Rahmstorf (PIK) wies auf das weltweite Emissionskontingent hin sowie auf die Herausforderung, dieses gerecht und nachhaltig zu verteilen. “Wenn wir die Klimaerwärmung bei +2 Grad stabilisieren wollen, dürfen bis 2050 weltweit maximal 750 Giga-Tonnen CO2 emittiert werden, wir haben also ein fixes CO2-Budget.” Prof. Dr. Claudia Kempfert (DIW Berlin) verband diese Gegebenheiten des internationalen Klimaschutzes mit der direkten Forderung an den Einzelnen, sich auch als Privatmensch für das Klima zu engagieren.
Zuvor hatte Prof. Dr. Latif (GEOMAR) schon seine Bedenken – seinen bösen Traum – angemahnt: Im schlimmsten Falle würden die nächsten zwanzig Jahre ebenso ergebnislos verlaufen wie die letzten.

Das Handeln also stand außer Frage, das “Wie?” blieb allerdings ein wenig im Dunkeln. Die politische Seite der Diskussion zeigte sich in großen Teilen recht einig, wenig erstaunlich, handelte es sich doch durch die Bank um die jeweils klimaschutz-affinen Vertreter der jeweiligen Parteien. Dass die Zukunft den erneuerbaren Energien gehöre, war unstrittig, die generelle Notwendigkeit des Klimaschutzes ohnehin. Im Detail unterscheiden sich die Positionen der Parteien bekanntermaßen, zum Beispiel im Hinblick auf den Neubau von Kohlekraftwerken.

Mojib Latif bei endlich handeln! 8.9.2009Eine wirkliche Handlungsanweisung blieb also aus – sie durfte auch nicht erwartet werden. Erstaunlich konkret wurde jedoch die Kritik am System, am Lobbyismus. Am Ende forderte Moderator Dr. Gerd Rosenkranz von der Politik “etwas weniger Opportunismus” und “Beschleunigung, nicht Entschleunigung” ein.
Die Aussichten auf eine schnelle und effiziente Lösung des weltweiten Energie- und Klimaproblems sind durchaus düster, scheint das Fazit der Diskussionrunde zu lauten. Trotzdem verlieh Prof. Dr. Latif seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich das existierende System aus lähmend-konkurrierenden Machtinteressen selbst destabilisieren und damit einer zukunftsgerichteten Reform Platz machen müsse.
Audio: latif_8_9_2009

Die Einladung zur Podiumsdiskussion mit einer Liste aller Beteiligten finden Sie hier.
Bei Interesse an umfanreicherem Audio- und Videomaterial wenden Sie sich bitte an uns.

Gefährliche Situation für ambitioniertes Klima-Abkommen in Kopenhagen

Samstag, 15. August 2009

Bonn – Nach einer weiteren einwöchigen Vorbereitungsrunde in Bonn zu einem neuen UN-Klima-Abkommen im Dezember 2009 sieht Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, die Verhandlungen in einer kritischen Phase angekommen.

“Wir stehen in einer gefährlichen Situation. Einerseits versuchen die erdölexportierenden Staaten – angetrieben etwa von Saudi-Arabien – den gesamten Prozess zu untergraben. Ein Teil der Entwicklungsländer, verärgert über die bislang unzureichenden Klimaschutz- und Finanzierungsangebote der Industrieländer, lässt sich dazu instrumentalisieren. Dies spielt einigen großen Industrieländern, wie Kanada, Russland und manchen in den USA in die Hände, die sich freuen würden, in Kopenhagen mit einer unverbindlichen politischen Erklärung statt einem verbindlichem Vertrag davon zu kommen.”

Im Rahmen des G8-Gipfels in L’Aquila sowie der Runde der größten Volkswirtschaften (Major Economies Forum) haben die großen Spieler die Messlatte für die Verhandlungen selbst aufgelegt. Sie verständigten sich darauf, dass ein neues Abkommen die Klimaerwärmung unter der Großgefahrenschwelle von zwei Grad halten soll, das die Treibhausgase in den Industrieländern bis 2050 um wenigstens 80 Prozent reduziert und mindestens eine Halbierung weltweit erreicht. Die UN-Verhandlungen sind allerdings bisher noch weit davon entfernt, dieses Ziel in konkrete Handlungs- und Finanzzusagen für die kommenden Jahre umzusetzen.

“Das Bekenntnis der Staats- und Regierungschefs dazu ist notwendig, um Schwung in diese Verhandlungen zu bringen. Aber eine G20-Erklärung kann ein rechtlich verbindliches UN-Abkommen nicht ersetzen. Sonst landen wir in Kopenhagen bei einer politischen Erklärung, die das Papier nicht wert ist, auf der sie steht. Und die Staaten, deren Existenzen durch den Klimawandel auf dem Spiel stehen, insbesondere die ärmsten Entwicklungsländer und kleine Inselstaaten, werden von den wichtigsten Entscheidungen ausgeschlossen”, so Bals weiter.

Bisher bleiben die angekündigten Reduktionsziele der Industrieländer weit hinter dem zurück, was notwendig wäre, um das Zwei-Grad-Limit einzuhalten. Auch gaben die Industrieländer nach wie vor nicht die notwendigen Signale für Finanzzusagen an die Schwellen- und Entwicklungsländer sowie für das notwendige Ausmaß einer Technologiekooperation. “Damit sich die Schwellenländer auf eigene ambitionierte Klimaschutzleistungen festlegen, sind die Zusagen der Industrieländer dringend notwendig. Ansonsten wird sich an der derzeitigen Blockade nichts ändern. Eine solche Krise war zu erwarten. Es bleibt zu hoffen, dass sie letztlich den Anstoß zu einem Fortschritt in den Verhandlungen im September bringen wird”, erklärt Bals.


Quelle: Germanwatch

Die Uhr tickt – und die Welt spielt Mikado

Sonntag, 02. August 2009

mikado_q.photocaseWer sich zuerst rührt, hat verloren. Weder Industrie- noch Schwellenländer verraten in den Weltklimaverhandlungen, wer wieviel leisten will.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon startete bei seinem Besuch in China den Versuch, Bewegung in das Mikado Spiel vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen zu bringen. Er definierte die Regeln neu. Nicht der, der sich bewegt hat verloren. Nein, er forderte China auf um zu gewinnen, die Führungsrolle im 21. Jahrhundert zu übernehmen und zu handeln.

In der Woche drauf reiste Obama und Hillary Clinton nach China um in einem gemeinsamen Memorandum sich bis Kopenhagen bilateral auf einen Nenner zu bringen. Bewegt hat sich jedoch bis jetzt nichts!

Im nordschedischen Wintersportort Åre traffen sich letzte Woche die europäischen Umweltminister zum «letzten Trainingscamp vorm Finale».

Bei all den Verhandlungen haben wir die Möglichkeit zu handeln, machen Sie mit und setzen Sie Ihr Zeichen.
Wer den Start verschläft, wird am Ende nicht der Gewinner sein.

KlimAktiv Stephan Schunkert

Weltklimarat warnt vor Scheitern in Kopenhagen

Montag, 20. Juli 2009

pachauri_rajendra_q_wikipedia_wef2008_CCDer Vorsitzende des Weltklimarats, Rajendra Pachauri, hat vor einem Scheitern des geplanten Klimaabkommens in Kopenhagen gewarnt. Wenn es bei der Konferenz im Dezember nicht zu einer guten Vereinbarung komme, hätten besonders die Entwicklungsländer unter weitreichenden humanitären und wirtschaftlichen Folgen zu leiden, sagte Pachauri in New York.

Mehr dazu lesen Sie bei KlimAktiv
http://www.klimaktiv.de/article227_8446.html

endlich-handeln.de – Neue Klimakampagne legt einen tollen Start hin!

Montag, 13. Juli 2009

Vergangenen Freitag fiel der Startschuss für die Klimaschutzkampagne „endlich handeln“.
Ziel der Kampagne ist es, in den 150 Tagen bis zur Weltklimakonferenz in Kopenhagen zehntausend Bürger als “Klimaktivisten” zu gewinnen.

Jeder “Klimaktivist” eröffnet sein eigenes CO2-Konto, mit dem er sich für ein klimabewusstes Handeln entscheidet und individuelle Schritte unternimmt, um seinen Anteil am CO2-Ausstoß zu verringern. Die Bürger können damit ein Zeichen setzen und die Entscheidungsträger in Kopenhagen zu entschlossenem Handeln auffordern.

Heute, zu Beginn der neuen Woche, sind es bereits deutlich über 200 Leute, die mitmachen. Dies ist insofern eine tolle Zahl, weil hier jeder Teilnehmer nicht nur einfach sein Votum abgibt, sondern im Sinne des Mottos selbst handelt, indem er Zeit investiert und sich informiert. Nur dies kann die Grundlage sein, um den eigenen CO2-Ausstoß zu verringern.

„Das ist schon beeindruckend, was da geschieht“, so Geschäftsführer Stephan Schunkert der gemeinnützige KlimAktiv, die die Kampagne ins Leben gerufen hat. „Man muss sich nur mal anschauen, wie viele Menschen innerhalb kurzer Zeit sich über myspace, twitter oder StudiVZ mit dem Thema Klimaschutz auseinander setzen. Wir sind beeindruckt und sicher, auf einem guten Weg zu sein.“

Ein Kommentar auf facebook zeigt das Potential auf: „Wenn jeder, der bei www.endlich-handeln.de  teilnimmt, noch zwei andere Leute mitzieht, die dann wiederum je zwei Leute mitziehen, die ihrerseits natürlich wieder je zwei ….und so weiter: Ihr wisst schon – dann müssten die 10.000 doch ein Klacks sein. Zeigen wir’s denen in Kopenhagen!“

Denn eines ist klar – das Klima lässt nicht mit sich verhandeln und der Klimawandel ist heute bereits messbar und sichtbar. Die Menschheit im Ganzen und im Einzelnen muss handeln, wenn wir den Klimawandel in erträglichen Grenzen halten wollen.

(bz-klimaktiv)