Endlich handeln in Kopenhagen

19. Dezember 2009

Kopenhagen – Die größte Konferenz aller Zeiten ist beendet. Wir von KlimAktiv haben Ihre Stimme und Ihren Aufruf endlich zu handeln nach Berlin und Kopenhagen gebracht. Ihr CO2-Konto und Ihr Statement wurden Verantwortlichen des Bundesumweltministeriums vorgelegt und nach Kopenhagen zur deutschen Delegation gebracht.

Endlich handeln in Kopenhagen

Stephan Schunkert von KlimAktiv überbringt den Aufruf der Bürger auf der Klimakonferenz in Kopenhagen unter chaotischen Bedingungen

Ein von der UNFCCC für uns geplante Pressekonferenz am Freitag den 18.12. in Kopenhagener Bella Center musste bei den chaotischen Verhältnissen vor Ort aus Sicherheitsgründen leider abgesagt werden. Den Vertretern der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wurde der Zugang zur Konferenz überraschend an den letzten beiden Konferenztagen verwehrt. So konnten wir zur unserer eigenen Pressekonferenz nicht erscheinen!

Dennoch konnten wir das Resumeé der Kampagne überbringen.

Die Kampagne „endlich-handeln“ war ein Aufruf an die Verantwortlichen in Kopenhagen. Das nicht verbindliche Abkommen am Ende der Konferenz ist jedoch nicht ausreichend. Jetzt kommt es noch mehr als vorher auf unsere eigene Verantwortung an endlich zu handeln. Der Aufruf an die Politik gilt noch mehr als zuvor:

Jetzt geht es erst richtig los!

Endspurt!

08. Dezember 2009

Noch bis zur offiziellen Übergabe am 18. Dezember in Kopenhagen sammeln wir hier auf www.endlich-handeln.de Stimmen und Statements.

Wer also seine eigene CO2-Bilanz noch nicht kennt: mitmachen! Auch (oder gerade?) jetzt, kurz vor Übergabe der Stimmen  werden es täglich mehr, die sich Endlich handeln! anschließen.

Wer noch Freunde und Bekannte auf Endlich handeln!  aufmerksam machen möchte, kann das hier tun:  http://www.endlich-handeln.de/statements/mail/popupmail.php5

Wer sich weiter über  Klimawandel, Klimapolitik und Klimaschutz informieren will, findet diese auf unserem Newsportal  www.klimaktiv.de

Das Endlich Handeln! – Team

Einschätzung: Was ist von Kopenhagen zu erwarten?

05. Dezember 2009
Stephan Schunkert Bild: KlimAktiv

Stephan Schunkert Bild: KlimAktiv

Stephan Schunkert, Geschäftsführer der KlimAktiv gemeinnützige GmbH und Initiator der Kopenhagen-Initiative „Endlich handeln!“ wird bei den Weltklimaverhandlungen in Kopenhagen vor Ort sein. Der erfahrene Klimafachmann wird dabei nicht nur den Fortgang der Verhandlungen beobachten, sondern auch in einem Side-Event am 18. Dezember die auf www.endlich-handeln.de gesammelten Stimmen und Statements an die Politik übergeben.

Wir haben ihn dazu befragt, wie er die Erfolgsaussichten von Kopenhagen einschätzt und was in seinen Augen als Erfolg bzw. Misserfolg zu werten ist.

Herr Schunkert, kommende Woche beginnen in Kopenhagen die Weltklimaverhandlungen in Kopenhagen. Wie schätzen sie das ein: wird diese wichtige Konferenz für den weltweiten Klimaschutz ein Erfolg oder ein Flop?

In unserer Verantwortung für die zukünftigen Generationen können wir uns einen Flop auf keinen Fall leisten. Dies ist den Verantwortlichen bekannt. Definieren wir lieber den Begriff „Erfolg“:
Auf der vorletzten Weltklimakonferenz auf Bali 2007 wurde die Roadmap verabschiedet. Dieser Fahrplan schrieb eine Einigung auf ein verbindliches Völkerabkommen bis zur Weltklimakonferenz in Kopenhagen in den kommenden zwei Wochen vor. Und dieses Abkommen muss es nun ermöglichen, die Erderwärmung im Rahmen der 2° Grenze zu halten.

Im Vorfeld zur Konferenz konnte man sich nicht auf konkrete Emission- und Reduktionszahlen einigen. Das liegt unter anderem an der Situation in den USA, die als zweitgrößter CO2-Verursacher und als Industriestaat zwingend mit ins Boot müssen. US-Präsident Obama hat zwar eine Klimagesetzgebung auf den Weg gebracht, dieses Gesetz wurde aber bis heute nicht vom Senat verabschiedet. Und das bedeutet, dass die amerikanische Regierung sich (noch) nicht auf verbindliche Zahlen festlegen werden können. So ist der demokratische Prozess.

Wenn in Kopenhagen nun ein Abkommen zustande kommt, welches ohne konkrete Emissionszahlen die Völkergemeinschaft auf das 2° Ziel festlegt, wäre dies daher noch kein Misserfolg. Die konkreten Zahlen und vor allem die Lastenverteilung müssen dann jedoch umgehend nachgeliefert werden.

Also kann man Kopenhagen vergessen?

Nein, in Kopenhagen stehen verschiedene Handlungsfelder zur Einigung an: Da ist zum einen die Vereinbarung aller Staaten der Weltgemeinschaft, dass man alles dazu tun will, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Das ist enorm wichtig, weil sich alle Wissenschaftler einig sind, dass eine Temperaturerhöhung über die zwei Grad hinaus einen völlig veränderten Planeten nach sich ziehen würde. Der Klimawandel würde unbeherrschbar.

Daneben gilt es Vereinbarungen zu treffen, wie der Klimaschutz finanziert werden kann. Die Menschheit steht hier vor ungekannten Herausforderungen und insbesondere die Industriestaaten werden innerhalb weniger Jahrzehnte zu kohlenstofffreien Gesellschaften werden müssen. Dies alles kostet Geld, das wir aufbringen müssen, weil die Folgen uns noch viel teurer zu stehen kommen würden. Es liegen verschiedene Finanzierungsvorschläge auf dem Tisch und weitere können dazu kommen. Gerade für die Industriestaaten sind diese Kosten aber noch vielmehr Investitionen in die Technik von morgen.

Stichwort Finanzierung: Die armen Länder fordern Geld von den Industriestaaten. Brauchen die reichen Länder ihr Geld nicht selbst?

Schon, aber so geht das nicht. Wenn wir uns die wirtschaftliche Entwicklung der Industriestaaten seit Beginn der Industrialisierung ansehen, dann sind die reichen Länder wesentlich auch dadurch reich geworden, dass sie durch den Einsatz von Öl, Gas und Kohle CO2 freigesetzt haben, ohne sich um die Folgen kümmern zu müssen. Heute wissen wir, dass dies nicht ohne Konsequenzen für uns und nachfolgende Generationen war.

Ganz davon abgesehen, dass die armen Länder die heute erforderlichen Klimaschutzmaßnahmen gar nicht schultern können, sind die reichen Länder doppelt in der Pflicht: sie müssen den CO2-Ausstoß pro Kopf drastisch reduzieren und sie müssen den armen Ländern ein klimaverträgliches Wachstum ermöglichen. Letzten Endes auch aus Eigennutz. Denn die armen Länder spüren den Klimawandel früher und heftiger. Dies enthält großen sozialen Sprengstoff und wenn sich erst einmal Flüchtlingsströme in Gang setzen, weil den Menschen die Lebensgrundlage entzogen wird, sind die Folgen unabsehbar.

Sie reden von einem CO2-Ausstoß pro Kopf. Was ist damit gemeint und welche Bedeutung hat diese Größe?

Der CO2-Ausstoß pro Kopf ist eine maßgebliche Vergleichsgröße in Kopenhagen und darüber hinaus.

Zum einen können wir so deutlich machen, wie unterschiedlich die Länder am CO2-Ausstoß beteiligt sind und wir können unsere Ziele für die Zukunft beziffern. Zum heutigen Stand: Deutschland hat einen CO2-Ausstoß pro Kopf von ungefähr elf Tonnen, China von gut zwei Tonnen oder Indien mit unter einer Tonne (aber mit steigender Tendenz). Wie dringend die USA handeln müssen, zeigt sich auch hier: die Amerikaner haben im Moment einen CO2-Ausstoß pro Kopf von sagenhaften zwanzig Tonnen.

Wenn es um den zukünftigen Handlungsbedarf geht, so haben viele Wissenschaftler - unter anderem auch der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung – ein Budget von 750 Mrd Tonnen CO2 berechnet um mit einer hohen Wahrscheinlichkeit das 2° Ziel noch einzuhalten. 750 Mrd. Tonnen, die unser Globus bis 2050 maximal noch verträgt. Dies lässt sich nun leicht auf einen CO2-Ausstoß pro Kopf umrechnen. Grob gesagt hat damit jeder Mensch auf der Erde noch ein Budget von ca. 100 Tonnen CO2 für die nächsten 40 Jahre übrig.

Wenn wir aber so weiter machen wie gehabt, hätten beispielsweise wir Deutschen unser Budget schon in knapp 10 Jahren verspielt!

Werfen wir noch einen Blick auf den Staat mit dem größten Weltbevölkerungsanteil: China. Sie haben gerade erläutert, das China einen Pro-Kopf-Ausstoß von gut vier Tonnen hat. Da können sich die Chinesen doch eigentlich zurücklehnen, oder?

Nein. China ist der größte CO2 Emittent der Welt. Außerdem will und braucht China Wachstum. Wenn dieses Wachstum mit Hilfe fossiler Energieträger erfolgt, wird deren Ausstoß ansteigen, was dem Klima bekannten Gründen natürlich überhaupt nicht zuträglich wäre. Insofern haben alle ein Interesse daran, dass ein Schwellenland wie China (und übrigens auch z.B. Indien) wachsen kann und den Umbau zu einer CO2-armen Gesellschaft gleichzeitig schafft.

Da tut sich auch sehr viel. Gerade China ist ein Land großer Gegensätze: einesteils stehen dort Kohlekraftwerke, deren CO2-Emission jenseits von Gut und Böse ist. Und der Energiebedarf dieses riesigen Landes wächst. Gleichzeitig ist China der größte Solarproduzent der Welt und der Aufbau von Windenergieanlagen macht ständig Fortschritte.

Das bedeutet: ohne China und Indien oder beispielsweise Brasilien werden wir Menschen unser Ziel nicht erreichen. Alle Länder müssen ein gemeinsames Ziel anstreben. Und dabei ist es im Interesse aller Staaten, dass alle nicht nur die notwendige Verpflichtung eingehen, sondern dass dieses gemeinsame Ziel auch erreicht wird.

Herr Schunkert, wir bedanken uns für das Gespräch.


Quelle: KlimAktiv

Dieser Beitrag ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung freigegeben.

Alle Aktionen für Kopenhagen im Überblick: Klimagipfel2009.de

17. November 2009

klimagipfel2009Die Zeit drängt – Auf der Klimakonferenz in Kopenhagen müssen endlich internationale Verpflichtungen für einen effektiven Klimaschutz verabschiedet werden. Doch die Vorverhandlungen zur UN-Klimakonferenz verliefen bisher nur schleppend.
Daher ist öffentlicher Druck notwendig, um der Staatengemeinschaft in Kopenhagen auf die Sprünge zu helfen.

Gruppen und Institutionen aus dem gesamten gesellschaftlichen Spektrum sind bereits aktiv, jetzt gilt es, diese Aktionen zu bündeln und zu intensivieren.

Auch www.endlich-handeln.de ist in dem Portal vertreten
Wer die  KlimAktiv-Aktion www.endlich-handeln.de sucht: wir sind sowohl als Online-Aktion als auch bei den Side-Events in Kopenhagen vertreten. Dort werden wir am 17. Dezember die gesammelten Stimmen und Statements übergeben.

Über Aktionen informieren und Aktivitäten vernetzen
Eigenes dafür hat die Klima-Allianz die Seite Klimagipfel2009.de online gestellt, die sich als Informations- und Vernetzungsplattform versteht.

  • Die Klimaallianz hat Vorschläge, was man tun kann:
    Informiert Freunde, Bekannte und Kollegen über die Seite Klimagipfel2009.de, bestellt Flyer und verlinkt ein Banner auf Eurer Seite
  • Plant selbst eine Aktion und sendet uns für die Homepage eine Info zu
  • Nehmt an Veranstaltungen teil und informiert Euch über den aktuellen Stand der Verhandlungen
  • Fahrt zur Aktionswoche ab 11. Dezember nach Kopenhagen
  • auch Fahr- und Übernachtungsmöglichkeiten nach Kopenhagen finden sich hier
  • Unterzeichnet Online-Petitionen, um den öffentlichen Druck zu erhöhen,
  • Informiert klimagipfel.de über Aktionen von anderen, die auf der Seite noch fehlen

Weitere Informationen unter http://www.klimagipfel2009.de/

Weltweiter Erfolg von 350.org und „endlich handeln!“

29. Oktober 2009

Berlin, d. 24.10.2009 –  Zahlreiche Menschen von  allen Kontinenten haben heute zusammen mit der KlimAktiv-Kampagne „endlich handeln!“ an einer von über 5.200 gleichzeitig stattfindenden Aktionen in mehr als 180 Ländern teilgenommen. Der globale Klimaaktionstag wurde vom Team der Grassroot-Kampagne 350.org koordiniert und fordert ein konsequentes Handeln beim Klimawandel.

350.org

350.org

In der ganzen Welt – von Hauptstädten bis zu den schmelzenden Hängen des Mount Everest, selbst unter Wasser auf sterbenden Korallenriffen, – haben Menschen Kundgebungen abgehalten, die darauf abzielen, die Aufmerksamkeit auf die Zahl 350 zu richten. Mit 350 ppm geben die Macher dieser Bewegung das Höchstmaß an CO2 an, das unsere Atmosphäre langfristig verkraften kann. Mit der Einheit ppm (parts-per-million) lässt sich die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre beziffern, die aktuell rund 390 ppm beträgt.
„Aus diesem Grund schmelzen Gletscher und Meereis, Dürren breiten sich aus und Überschwemmungen nehmen zu“, so Bill McKibben, einer der Gründer von 350.org. „Und deshalb benötigen wir eine riesige globale Bewegung, die uns den Schwung verleiht, politisch wirklich etwas zu verändern. Unsere Politiker haben über einen langen Zeitraum den großen Konzernen und großen Umweltverschmutzern zugehört. Heute ist es endlich an der Zeit, die Bürger und Wissenschaftler zu erhören“.
Zahllose Bilder der weltweiten Events wurden am Times Square in New York als Teile eines „350-Countdown“ auf den riesigen Videoleinwänden dargeboten. Alle Bilder der verschiedenen Kundgebungen und Aktionen sind auf 350.org zu sehen und werden am Montag an die Vereinten Nationen zugestellt. In den Sprachen der Welt geht die Botschaft des Klimaschutzes in Form von unzähligen Fotos und Berichten der Medien um die Welt und erhöht den Druck auf die Politik, Verantwortung zu übernehmen.
Die weltweiten Aktionen finden sechs Wochen vor dem Zusammentreffen der Nationen der Welt in Kopenhagen anlässlich der Klimawandelkonferenz der UN statt, bei der ein neuer Klimavertrag ausgearbeitet werden soll. Bereits 89 Länder unterstützen das Ziel 350, sowie Rajendra Pachauri, Vorsitzender der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaveränderungen (IPCC), Sir Michael Stern, weltweit führender Klima-Ökonom, und Nobelpreisgewinner Al Gore.

endlich handeln!

endlich handeln!

Auch die Kampagne „endlich handeln!“ der gemeinnützigen Gesellschaft KlimAktiv setzt auf die Meilenstein-Konferenz in Kopenhagen. Mit Hilfe des CO2-Rechners werden persönliche Klimabilanzen gesammelt und diese zusammen mit den Statements der Probanden bei der Klimakonferenz präsentiert. 
„Um wirklich etwas zu verändern, sind wir alle gefragt“, erläutert Stephan Schunkert, Geschäftsführer der gemeinnützigen KlimAktiv und Initiator von ‚Endlich handeln!’.“Jeder von uns auf der Erde hat ein beschränktes CO2-Budget zu Verfügung, wenn man nicht auf Kosten des Klimawandels und somit auf Kredit bei den nachfolgenden Generationen leben möchte.“
 Es bleibt nur zu hoffen, dass möglichst viele Menschen die Aufrufe von 350.org und „endlich handeln!“ hören und sich an der Kampagne beteiligen. Ein erster Schritt lässt sich bereits auf der Webseite von „endlich handeln!“ mit dem Anlegen einer persönlichen CO2-Bilanz tun. Mit Spannung bleiben dann anschließend die Entscheidungen in Kopenhagen zu erwarten.

 

KlimAktiv und 350.org
Quelle Bild 1: Der Klima-Aktionstag in Sydney, Quelle: 350.org 

„Endlich Handeln“ weltweit mit 350.org

19. Oktober 2009

Berlin, d. 19.10.2009 – In fünf Tagen ist es soweit. Am Samstag, den 24.10.2009, startet der lang vorbereitete weltweite Klima-Aktionstag unter der Federführung von 350.org. Geplant sind mehr als 3.500 Aktionen und Events in über 160 Ländern mit dem Ziel, auf die Probleme des globalen Klimawandels aufmerksam zu machen. Auch die KlimAktiv-Kampagne „Endlich Handeln“ ist mit dabei. Mit Hilfe des CO2-Kontos sollen 350 persönliche Klimabilanzen erstellt und zusammen mit einem Statement den Entscheidungsträgern der kommenden Klimakonferenz COP15 in Kopenhagen präsentiert werden.

 

350.org

350.org

350.org ist eine internationale Kampagne mit dem Ziel eine Bewegung aufzubauen, die die Welt inspirieren soll, den Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen und ihr die Dringlichkeit des Handelns bewusst zu machen.
  Die Zahl 350 steht dabei im Mittelpunkt. Mit 350 ppm (parts-per-million) geben die Macher dieser „grassroot“-Bewegung das Höchstmaß an CO2 an, das unsere Atmosphäre verkraften kann. Der derzeitige Stand der CO2-Konzentration in der Atmosphäre liegt bei rund 390 ppm.
Um die Öffentlichkeit, die Medien und Politiker auf dieses Missverhältnis aufmerksam zu machen, wird die Macht des Internets genutzt, um am 24. Oktober 2009 einen weltweiten Klima-Aktionstag zu koordinieren. An hunderten von Orten verstreut auf der ganzen Welt soll es Aktionen geben und eine klare Botschaft an die Entscheidungsträger dieser Welt übermitteln: Die Lösungsansätze zum Klimawandel müssen gerecht und wissenschaftlich begründet sein sowie der Schwere der Krise gerecht werden.
Dem weltweiten Aufruf schließt sich auch die Kampagne „Endlich Handeln“ an. Von der gemeinnützigen Gesellschaft KlimAktiv ins Leben gerufen, werden hier am kommenden Samstag 350 KlimAktivisten gesucht, die ihre persönliche Klimabilanz erstellen und so beweisen, dass es verantwortungsvolle Bürger gibt, die ihr eigenes CO2-Budget verwalten.

endlich handeln!

endlich handeln!

Mit Hilfe des CO2-Kontos wird dabei der individuelle Ausstoß an Treibhausgasen in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum berechnet und ermittelt, was man selbst tun kann, um noch nachhaltiger zu leben. Zusammen mit einem eigenen Statement wird anschließend der Appell „Endlich Handeln“ an die Entscheidungsträger der im Dezember stattfindenden UN-Klimakonferenz nach Kopenhagen getragen.
Viele Prominente aus Wissenschaft, Politik und Medien – wie zum Beispiel der Bergsteiger Reinhold Messner oder der Sänger Peter Maffay – unterstützen bereits diese Aktion. „Es ist höchste Zeit zu handeln und das Visier zu öffnen.“, so Maffay in einem KlimAktiv-Interview. „Der Klimawandel ist eine solche globale Herausforderung. Wir dürfen keine Zeit mehr vertrödeln. Das sind wir nicht nur der Natur, sondern auch den nachkommenden Generationen schuldig.“
Jeder einzelne ist gefragt, mit dem Handeln anzufangen und schon einmal einen kleinen Beitrag zur Lösung des Klimaproblems zu erbringen. Je mehr Menschen am kommenden Samstag sich am Aktionstag beteiligen, desto überzeugender ist die Botschaft für COP15: „Wir haben gehandelt, jetzt seid ihr dran!“.
Weitere Informationen: www.endlich-handeln.de

KlimAktiv/Bertge
Quelle Bild: 350.org

Reinhold Messner: endlich handeln im Klimaschutz!

16. Oktober 2009
Reinhold Messner für endlich-handeln Foto Tony Federico

Reinhold Messner für endlich-handeln Foto Tony Federico

Er hat mit Sicherheit viel früher als die meisten von uns verstanden, wie wie wichtig es ist, nachhaltig zu leben – Reinhold Messner. Ohne ihn auf das Bergsteigen reduzieren zu wollen: wer lebenslang hautnah mit der Natur verbunden ist, der hat wohl eher als andere die grundlegenden Veränderungen registriert, die der Klimawandel mit sich bringt.

Im Vorfeld zur Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember ruft nun auch Reinhold Messner zum Handeln auf. Er unterstützt, wie auch viele andere Wissenschaftler, Politiker und Prominente die Kampagne „Endlich handeln!” und spornt alle Bürger an, es ihm gleich zu tun.

Sein Statement ist ein Ausdruck für gelebte Erkenntnis. “In Juval in Südtirol leben wir CO2-neutral. Als Selbstversorger mit nachwachsenden Rohstoffen entlasten wir die Atmosphäre in gleichem Maße wie wir sie belasten. Wir warten nur noch, bis wir den Strombedarf mit einem kleinen Windrad decken können.”

Damit bringt Messner auf den Punkt, welches Ziel jeder anstreben sollte: die Erde in dem Maße zu entlasten, in dem man sie belastet.

„Ansatzmöglichkeiten gibt es viele: beim Strom, bei der Heizung, beim Auto”, erläutert Stephan Schunkert, Geschäftsführer der gemeinnützigen KlimAktiv und Initiator von ‚Endlich handeln!’. „Es gibt viele Handlungsmöglichkeiten, die man mit seinem individuellen CO2-Konto identifizieren und auch verbessern kann.”

Vor der Weltklimakonferenz erhält nun jeder, der sein eigenes CO2-Konto bei www.endlich-handeln.de einrichtet, zugleich die Möglichkeit, sein persönliches Statement für Kopenhagen abzugeben.

Die Klimaforscher sind sich einig, dass der Klimawandel nur dann beherrschbar bleibt, wenn alle ihren Teil dazu beitragen: jeder Einzelne – und die Politik, die auf nationaler und internationaler Ebene schnell die Rahmenbedingungen für eine weltweit CO2-arme Zukunft schaffen muss.

Genau an diesen beiden Punkten setzt die Aktion ‚Endlich handeln!’ an: selbst seinen Teil leisten, nachhaltiger zu leben und im Schulterschluss mit anderen die Politik auffordern, endlich beherzt zu handeln.

Werde KlimAktivistKlimaschutz persönlich
Sie möchten die Aktion unterstützen und selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten?

  • Ermitteln Sie Ihren CO2-Ausstoß und Ihre Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz, indem Sie Ihr persönliches CO2-Konto auf endlich-handeln.de anlegen (das kostet selbstverständlich nichts, Sie gehen keine weiteren Verpflichtungen ein, Ihre Daten werden nicht weitergereicht),
  • geben Sie ergänzend ein Statement ab,
  • laden Sie Freunde ein und
  • integrieren Sie das Banner von ‚Endlich handeln!’ auf Ihrer eigenen Internetseite.

klimaktiv/zü

Peter Maffay unterstützt die Klimaschutzkampagne ‚Endlich handeln!’

09. Oktober 2009

peter_maffay_portr_107x136px_q_peter_maffayDass Peter Maffay seine Überzeugungen lebt, und nicht nur Lippenbekenntnisse abgibt, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Er hat sich – nicht zuletzt Dank der von ihm ins Leben gerufenen Peter-Maffay Stiftung für benachteiligte Jugendliche – breite Anerkennung erworben. Und dies nicht nur innerhalb der Musikszene über alle Stilrichtungen hinweg, sondern quer durch alle Gesellschaftsschichten.
Weniger bekannt dürfte sein, dass er auch in Sachen Klimaschutz eine dezidierte Meinung hat. 

Screenshot Statement Peter Maffay auf endlich-handeln.deDiese dokumentiert er zur großen Freude des endlich-handeln-Teams auf deren Website. Dort können zusätzlich zur Stimmabgabe für Kopenhagen (durch Ermittlung des persönlichen CO2-Ausstoßes auf einem eigenen CO2-Konto) auch Statements abgegeben werden.

Peter Maffay schreibt hier: „Es ist höchste Zeit zu handeln und das Visier zu öffnen. Der Klimawandel ist eine solche globale Herausforderung. Wir dürfen keine Zeit mehr vertrödeln. Das sind wir nicht nur der Natur, sondern auch den nachkommenden Generationen schuldig.“ Dem kann man sich nur anschließen.

„Wir müssen mit aller Macht die Politiker dazu auffordern, den Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen zum Erfolg zu führen. Und wir brauchen das Engagement jedes Einzelnen“, so Stephan Schunkert, Geschäftsführer der gemeinnützigen KlimAktiv und Initiator der Klimakampagne ‘Endlich handeln!’.

„Da ist uns die prominente Unterstützung durch Peter Maffay natürlich sehr wertvoll. Es geht uns alle an und jeder kann etwas für den Klimaschutz tun. Die Frage nach dem Wie und Wo klärt sich schnell bei einer eigenen individuellen CO2-Bilanz. “, so Schunkert weiter. „Wir hoffen, dass sich noch viele Menschen der Kampagne anschließen und mit ihrer eigenen CO2-Bilanz der Politik ein Zeichen setzen. Wir werden von unserer Seite alles dazu tun, die Klimakampagne ‚Endlich handeln!’ zum Erfolg zu führen.“

Werde KlimAktivistKlimaschutz persönlich
Sie möchten die Aktion unterstützen und selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten?

  • Ermitteln Sie Ihren CO2-Ausstoß und Ihre Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz, indem Sie Ihr persönliches CO2-Konto auf endlich-handeln.de anlegen (das kostet selbstverständlich nichts, Sie gehen keine weiteren Verpflichtungen ein, Ihre Daten werden nicht weitergereicht),
  • geben Sie ergänzend ein Statement ab,
  • laden Sie Freunde ein und
  • integrieren Sie das Banner von ‚Endlich handeln!’ auf Ihrer eigenen Internetseite.

klimaktiv/zü

endlich handeln: Statements der Wissenschaftler

24. September 2009

Dass gehandelt werden muss, bestreitet niemand. Zumindest niemand aus der Reihe der Gäste, die KlimAktiv und B.A.U.M. am Abend des 08. Septembers zur Podiumsdiskussion geladen hatte.

Wissenschaft beklagt: Politik nimmt Klimawandel nicht ernst

10. September 2009

PRESSEMITTEILUNG

Wissenschaft beklagt: Politik nimmt Klimawandel nicht ernst

Zweifel an Erreichbarkeit des 2-Grad-Ziels

Berlin, 8.9.09

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Motto: „Klimawandel: endlich handeln-aber wie?“ trafen in Berlin führende Klimaforscher auf prominente Vertreter aus Wirtschaft und Politik, um im Vorfeld des Kopenhagener Klimagipfels über die notwendigen Schritte gegen den Klimawandel zu diskutieren.

Dabei wurden seitens der Wissenschaft deutliche Zweifel laut an dem noch vor kurzem vom G8-Gipfel beschlossenen Ziel, die Erderwärmung nicht über die kritische 2-Grad-Grenze hinaus zunehmen zu lassen. „Die Politik hat das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand“, sagte Prof. Mojib Latif vom Institut für Meeresbiologie in Kiel und beklagte eine zunehmende Unfähigkeit der Politik, sich gegen Lobbyinteressen zu behaupten. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer ‚Systemkrise‘.  Ähnlich mahnende Worte fand der Klimaforscher Prof. Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimaforschung: „Nach dem derzeitigen Stand der Dinge werden wir das gesamte ‚Budget‘, das an CO2-Emissionen bis 2050 aus wissenschaftlicher Sicht noch zulässig wäre schon in 25 Jahren erschöpft haben“.

Als Vertreter einer ökologisch ausgerichteten Wirtschaft befand Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank, dass das alleinige Gewinnstreben als ökonomisches Prinzip sich durch die Finanzkrise  endgültig ad absurdum geführt habe und es an der Zeit ist, ein verändertes, ganzheitliches Verbraucherverhalten unternehmerisch zur Kenntnis zu nehmen, was allerdings zunehmend schon geschähe. Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erinnerte an die unvorstellbaren volkswirtschaflichen Folgekosten eines ungebremsten Klimawandels (20% vom BSP in 100 Jahren) und an die Notwendigkeit eines technologischen Know-How-Transfers zur Klimafolgenbeherrschung in Richtung der Entwicklungsländer.

Von politischer Seite waren Bärbel Höhn (Grüne), Eva Bulling-Schröter (Linke), Frank Schwabe (SPD) und Michael Kauch (FDP) auf dem Podium anwesend. Die Unionsparteien waren nicht vertreten, obwohl fünf Bundestagsabgeordnete und eine Ministerin angeschrieben waren, was Moderator Gerd Rosenkranz (Dt. Umwelthilfe) als Verweigerung interpretierte. Die anwesenden Politiker waren sich bei allen Unterschieden ihrer klimapolitischen Forderungen darüber einig, dass die Chancen zum konzertierten Handeln in Kopenhagen nicht vertan werden dürften und das der Ansatz, die gesamte CO2-Emissionslast als globales Budget zu betrachten, wie es der Klimabeirat der regierung gerade gefordert hat, vernünftig und zielführend sei.

Michael Kauch forderte ein Ende der staatlichen Subventionierung klimaschädlicher Technologien, die an den tatsächlichen Verbraucherinteressen vorbei gingen: „Wer sich verkalkuliert, muss eben Pleite gehen“, so der umweltpolitische Sprecher der FDP mit Blick auf die Automobilindustrie.

Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, verlangte, dass alle klimaschädlichen Subventionen auf den Tisch müssten. Allein die Abschaffung der Dienstwagenprivilegien würde der Staatskasse jährlich 3 Milliarden Euro sparen.

Eva-Bulling-Schröter mahnte, dass Ökologie und Sozialpolitik gemeinsam betrachtet werden müssten, denn die Leute müssten sich die energieeffizienteren Waschmaschinen und Kühlschränke auch leisten können.

Frank Schwabe von der SPD räumte ein, dass es auch in seiner Partei noch einen Dissenz bzgl. der Haltung zu neuen Kohlekraftwerken gäbe. Er trat jedoch dafür ein, politische Rahmenbedingungen zu schaffen, die die langfristige Profitabilität dieser Art fossiler Energieerzeugung in Frage stellen würden.

Veranstalter dieser Diskussion ist gemeinnützige Organisation Klimaktiv und der BAUM eV..

Die Kampagne ‚endlich-handeln, die von zahlreichen prominenten Schirmherren und Partnern wie der GLS Bank und dem NABU unterstützt wird, will Bürger motivieren, durch Erstellen einer eigenen CO2-Bilanz ihren persönlichen Einsatz für den Klimaschutz demonstrieren und an die Entscheidungsträger in Stockholm zu appellieren, ebenfalls endlich die notwendigen Schritte einzuleiten.